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Jahreshauptversammlung des Verbandes Druck und Medien Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt e. V. in Zwickau
Die diesjährige Jahreshauptversammlung des vdmsta war etwas Besonderes – eine Jubiläumsveranstaltung, die u. a. 20 Jahre Verband reflektierte. Wo sonst konnte man sich dieser Epoche mehr erinnern als in Zwickau, dem Ort der Gründung des Verbandes – damals als Verband Sachsen und Thüringen. Sachsen-Anhalt kam später hinzu. Es war dem stv. Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Klaus Schwarz, eine besondere Ehre, zu Beginn der Veranstaltung eine Reihe von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und der Branche zu begrüßen. Günter Wolf, stv. Verbandsvorsitzender und Versammlungsleiter, machte in seinem Rückblick auf 20 Jahre Druckverband deutlich, wie aufregend die Anfangsjahre waren und der Wunsch der Drucker, sich in der „Neuzeit“ auch weiterhin zu treffen und auszutauschen. Die Verbandsgründung war daher wichtig und notwendig, so Wolf, um den Druckunternehmen Unterstützung und Hilfe für die kommenden Herausforderungen zu geben – schließlich waren die Veränderungen, von sozialistischer Planwirtschaft hinein in die soziale Marktwirtschaft, nicht sofort beherrschbar. Günter Wolf betonte in seiner Rede die besondere Unterstützung des Bundesverbandes Druck und Medien e. V. und des Verbandes Druck und Medien Bayern e. V. aber auch die guten Kontakte zum Verband Berlin-Brandenburg e. V., die die Gründungsphase aktiv begleiteten. Günter Wolf appellierte an die Mitgliedsunternehmen, den Verband mit seinem vielfältigen Leistungsangebot stärker zu nutzen, Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sven Morlok, Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Freistaates Sachsen, ließ es sich nicht nehmen, seine ganz persönlichen Grüße und Glückwünsche zum Verbandsjubiläum zu überbringen. Dabei hob er in seinem Grußwort die Bedeutung der Verbandsarbeit ausdrücklich hervor, die ohne das herausragende Engagement der Ehrenamtlichen so nicht möglich wäre. Der Minister ging in seiner Ansprache auf die gegenwärtige wirtschaftliche Lage nach dem Krisenjahr ein. Zwar sei der Geschäftsklimaindex in Sachsen besser als der Bundesdurchschnitt und der Export leicht angestiegen, von einer befriedigenden Situation kann jedoch nicht gesprochen werden. Morlok machte auch auf weitere Sparmaßnahmen und Einschnitte im Haushalt aufmerksam. Dr. Pia Findeiß, Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau zeigte sich erfreut, dass sich der Arbeitgeberverband Druck und Medien in einer Industriestadt, wie Zwickau es ist, vor 20 Jahren gegründet hat. Heute könne man sagen, dass Zwickau sich aus einer „schmutzigen“ Industriestadt in eine freundliche Stadt mit Ansehen entwickelt hat. Die Ansiedlung von Unternehmen in der Region ist beispielhaft für die neuen Bundesländer, nicht nur durch das VW-Werk Mosel sondern auch durch eine große Anzahl Unternehmen der Zulieferindustrie. Ganz besondere Glückwünsche zum Jubiläum kamen vom Vorsitzenden des Verbandes Druck und Medien Bayern e. V, Reiner Niebauer. Er betonte die gute Entwicklung des Verbandes in den zurückliegenden 20 Jahren. Die Leistungsfähigkeit des Verbandes konnte sich aufgrund der Kooperation mit dem Bayerischen Verband zum Nutzen aller Mitgliedsunternehmen stetig entwickeln. Interessante Zahlen zur Branche stellte Dr. Klaus Schwarz im Bericht des Vorsitzenden vor. Dabei konnte er nicht nur Positives vermelden: Umsätze sinken moderat, Auslastung und Auftragsbestände sinken, Geschäftslage schlecht, Insolvenzen gestiegen. Darüber hinaus gibt es keine Impulse von der Werbewirtschaft und es sei zu befürchten, dass auch weiterhin Personal abgebaut wird, wobei letzteres eher auf die größeren Unternehmen zutrifft. Allerdings wird auch das Investitionsvolumen 2010 weiter sinken. Zwar konnte von 1994 bis 2008 ein Umsatzplus für die Verbandsregion von 315 Mio. erwirtschaftet werden, jedoch sank auch Zahl der Unternehmen von 1.163 auf 1.038. Das Verbandsgebiet erwirtschaftete ca. 4,5 % am gesamtdeutschen Umsatz der Druckindustrie – ein geringer Anteil. Aus diesem Grund sind auch weitere Fördermaßnahmen notwendig, um Arbeitsplätze zu schaffen und Investitionen voranzutreiben - ein deutliches Signal auch an den Sächsischen Staatsminister Morlok, gerade in Zeiten des Umbruchs mit Fördermöglichkeiten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhalten, so Schwarz. Wir stehen vor großen Herausforderungen – so beschreibt Dr. Klaus Schwarz die gegenwärtige Situation, die es zu meistern gilt. Hier ist zum einen die komplette Veränderung der Werbe-Medienlandschaft zu nennen. Auch das Konsumverhalten hat sich merklich geändert. Innovationsstärke wird mehr und mehr zum Schlüssel einer höheren Wettbewerbsfähigkeit. Man könne stolz auf das Erreichte in den zurückliegenden 20 Jahren sein, jedoch werden die Unternehmen gefordert sein, auf Entwicklungen in immer kürzeren Zyklen zu reagieren, so Schwarz. Mutig sein, Dinge zu verändern, um sich neu auszurichten, sich selbstbewusst als kompetenten Partner der Kunden zu empfehlen – das ist die Botschaft an die Mitgliedsunternehmen. Dabei steht der Verband an Ihrer Seite, so die Worte des stv. Vorsitzenden. Mit dem Bericht des Geschäftsführers wurde das oben angesprochene Dienstleistungsangebot konkretisiert und Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr gezogen. Karl-Georg Nickel konnte feststellen, dass sich die Mitgliederzahl in den zurückliegenden Jahren stabil entwickelt hat. Die positive Entwicklung der Kooperation mit dem bayerischen Verband konnte durch Ausweitung unterschiedlicher Themenfelder bereichert werden. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung wartete ein interessanter Vortrag von Alexander Mackat, Fritsch & Mackat Werbeagentur GmbH aus Berlin auf die Teilnehmer und Gäste – „Das deutsch-deutsche Geheimnis – Mit der Werteentwicklung in Ost und West zum gesamtdeutschen Markenerfolg“. In einer zweijährigen Zusammenarbeit der Fritsch & Mackat Werbeagentur mit der Super ILLU wollte man heraus finden, wie Marken gleichermaßen in Ost und West erfolgreich sein können. Selbst nach fast 20 Jahren der Wiedervereinigung konsumieren Ostdeutsche andere Marken und Medien als Westdeutsche. Um dieses Geheimnis zu lüften, wurden Daten von 25 Branchen abgefragt, Umfragen mit Marktverantwortlichen durchgeführt und es wurde nach Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West bei allen einschlägigen Quellen gesucht. Gleichzeitig wurde ein Nord-Süd-Vergleich gemacht, wobei herausgefunden wurde, dass die Ost-West-Unterscheide erheblicher sind. Weiterhin wurden 75, vor allem soziologische Studien ausgewertet. Aus all diesen Erkenntnissen wurde eine These entwickelt, wie Werbung sein müsste, damit Sie in Gesamtdeutschland erfolgreich ist. Diese These wurde durch veränderte Werbeanzeigen von Markenartikeln, die 180 Personen in Ost und West vorgelegt wurden, überprüft. Das Ergebnis dieser Studie war genauso eindeutig, wie überraschend. Werbung ist in Gesamtdeutschland erfolgreicher, wenn sie „ostdeutsch“ ist. Dahinter steckt die Erkenntnis, so Mackat, dass ostdeutsche Werte im Westen stark im Kommen sind. Die ostdeutschen Werte sind ein Mix aus sogenannten modernen und traditionellen Werten. Das bedeutet, dass man zugleich ich-bezogen und gemeinwohlorientiert, freiheitsliebend und pflichtbewusst, abenteuerlustig und sicherheitsbewusst ist. Im Prinzip steckt hinter dieser widersprüchlichen Einstellung, ein pragmatischer Realismus; nämlich die Suche nach der Balance zwischen Ich und Wir, zwischen Vergnügen und Leistung, zwischen Recht und Pflicht. Im weiteren Verlauf des Vortrages wurde die These weiter begründet und dargestellt, dass moderne Werte weiter an Kraft verlieren und dass es für den Erfolg von Marken in Gesamtdeutschland entscheidend auf den Mix von modernen und traditionellen Werten ankommt. Mit Hilfe dieses „Wertemixes“ kann es gelingen, Werteorientierungen von Ost- und Westdeutschen gleichermaßen zu treffen. Der Veranstalter führte die Teilnehmer zur Abendveranstaltung an jenen Ort, wo sich der Verband vor 20 Jahren gegründet hat – in das Ballhaus „Neue Welt“. Dem Jubiläum angemessen gab es vom Vorsitzenden Glückwünsche und Dankesworte an ehemalige Gründungsmitglieder. Der Abend wurde schwungvoll begleitet von der Band PASSAGE und einem Showprogramm von „The10sopranos“, die in ihrem Programm durch mehrere Genre der Musik streiften, angefangen von James-Bond-Titelmelodien über die wilden 60er in knallbunten Petticoats bis hin zur mitreißenden ABBA-Melodien. Die Vielfalt dieses erstklassigen Ensembles, der ausdrucksstarken Choreografie, gepaart mit einer effektreichen Lichtshow, begeisterte das Publikum und bildete einen angemessenen Rahmen für diese Jubiläumsveranstaltung. Der Samstagvormittag stand ganz im Zeichen des weltweiten Automobilbaus in Zwickau. Der geniale Techniker und findige Konstrukteur August Horch gab dem Museum seinen Namen. Er etablierte sich 1904 in Zwickau und ließ hier die „A. Horch & Cie. Motorenwerke AG“ in das Handelsregister eintragen Im August-Horch-Museum wartete ein sachkundig geführter Rundgang auf alle Teilnehmer und es gab einen großen Überblick über die Fahrzeugtypen von Horch, Audi, Wanderer, Auto Union, DKW und Trabant. In der chronologisch aufgebauten Ausstellung konnten nicht nur Fahrzeuge gesehen werden, sondern auch Produktionsweisen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestaunt werden. |
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