Die Zukunft wird gedruckt

bvdm-Wirtschaftsausschuss: Trendtechnologien in Druckereien auf dem Prüfstand – Ergebnisse der Herbstsitzung

Was haben QR-Codes, Embedded Technologies wie gedruckte Elektronik und Video in Print sowie elektronische Dokumente gemeinsam? Diese Trendtechnologien können die Ausgangsbasis zur Generierung neuer Geschäftsfelder für mittelständische Druckereien sein. Denn die starken Veränderungen im Markt für Druckprodukte in den letzten Jahren, angetrieben insbesondere durch das geänderte Mediennutzungsverhalten des Endverbrauchers, führen zu einem massiven Wegbrechen traditioneller Geschäftsfelder.

Der Wirtschaftsausschuss des Bundesverbands Druck und Medien (bvdm) stellte unter der Leitung von Ernst Zoller (C. H. Beck, Nördlingen) auf seiner Herbstsitzung in Mainz fest, dass durch intensive Beschäftigung mit den aktuellen Trendtechnologien Druckunternehmer möglicherweise neue, drucknahe Geschäftsmodelle entwickeln und umsetzen können. Die Marktentwicklungen der letzten Jahre zeigen die Notwendigkeit auf, aktiv zu werden. „Es ist für jeden Unternehmer der Branche wichtig, nicht zwischen Baum und Borke zu sitzen“, so Dr. Paul Albert Deimel, Hauptgeschäftsführer des bvdm, „sondern sich ein unverwechselbares Profil zu geben. Die neuen Technologien müssen nicht, können aber ein Weg sein“.

Die Bandbreite neuer Trendtechnologien zeigten Katharina Matters und Daniela Werner (beide Verband Druck + Medien NRW, Lünen) eloquent in einer sehr gelungenen Präsentation auf. Beide Referentinnen legten dabei den Schwerpunkt auf die Nutzungsmöglichkeiten und nicht auf die technologischen Aspekte in der Produktion. Die Schwierigkeit liegt einerseits im Aufbau des Know-Hows in Druck- und Medienunternehmen, andererseits stellt die Implementierung in das bestehende Geschäftsmodell eine Herausforderung dar. Neue Möglichkeiten der Kundenansprache erleichtern den Zugang zu neuen Zielgruppen.

Die Beschäftigung mit diesen Themen und Trends ist die eine Seite, die tatsächliche Umsetzung im Unternehmen ist dagegen ein schwieriger Prozess. Die Hemmschwelle stellt das Anfangen dar. Die Verbände Druck und Medien unter ihrer gemeinsamen Marke PrintXMedia zusammen mit dem Bundesverband Druck und Medien (bvdm) halten für diesen Prozess unterstützende Leistungen in ihrem Portfolio bereit. Ziel sollte dabei sein, entsprechende Kompetenzen in den Unternehmen zu positionieren und die Hemmschwelle zu überschreiten. „Mit diesen Werkzeugen können die Verbände den Unternehmen im schwierigen Marktumfeld erfolgreich Hilfestellung bieten“, so Zoller.

Der Wirtschaftsausschuss möchte die Unternehmer bestärken, sich aktiv mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Dabei können die allgemeinen wirtschaftlichen Risiken, die bei der Fokussierung auf neue Geschäftsfelder entstehen, nicht wegdiskutiert werden. „Aber“, so Zoller, „das ist die unternehmerische Aufgabe, die jede Geschäftsführung übernehmen muss.“

Im zweiten Teil der Herbstsitzung befasste sich der Ausschuss mit dem wirtschaftspolitischen und betriebswirtschaftlichen Arbeitsprogramm. So erläuterte Herr Jens Meyer (Verband Druck und Medien Bayern, München) in seiner Präsentation zur Sommerauswertung des Bilanzkennzahlenvergleichs 2010 erste Erkenntnisse der Kennzahlenentwicklung. Demnach ist bei allen Größenklassen gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Umsatzveränderung festzustellen. Bei den Betrieben ab 100 Mitarbeiter stabilisierten sich Umsatz- und Gesamtkapitalrentabilität auf dem Niveau der Vorjahre, während bei den mittleren Betrieben (50 bis 99 Mitarbeiter) diese Kennzahlen zurückgegangen sind. Für die aktuelle Studie zum Bilanzjahr 2010 ist weiterhin eine Teilnahme am Kennzahlenvergleich der Verbände Druck und Medien möglich. Interessierte Mitglieder melden sich einfach bei ihrer regionalen Verbandsvertretung. Die Ergebnisse des Vergleichs stehen ausschließlich teilnehmenden Unternehmen zur Verfügung.

Anschließend stellte Frau Dr. Nora Lauterbach (bvdm, Wiesbaden) in ihrem Vortrag zur aktuellen konjunkturellen Lage die Anteile der einzelnen Mediengattungen an den Gesamtausgaben für Werbung gegenüber. Im Juli hatte das Fernsehen erstmals einen leicht höheren Anteil an den Werbeausgaben als alle Printkanäle zusammen. Weitere Themen ihrer Präsentation waren die Umsatzentwicklung im Branchenvergleich, die aktuellen Beschäftigungszahlen und die Entwicklung der Erzeugerpreisindices.

 

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